ANSCHRIFT

Clubhaus

Maybachstr. 52

90441 Nürnberg

AKTUELLES

 

 

Unser Clubhaus ist freitags gerade KW ab 20:00 Uhr geöffnet. 

Einladungen zu Veranstaltungen des Iron Horses MC Nürnberg findet ihr unter Termine. Geschlossene Gesellschaft, nur für geladene Gäste.

History

Der Iron Horses MC ist einer der ältesten, wenn nicht sogar der älteste, noch aktive MC in Deutschland. Der MC wurde 1966 in einer kleinen Kneipe in der mittelfränkischen Stadt Fürth gegründet. Wie so oft in damaligen Zeiten waren die Gründungsmember ausschließlich US Soldaten. Da in der Heimat mit „Fürth“ niemand etwas anfangen konnte, wurde Anfang der 70er die Ortsbezeichnung in Nürnberg geändert. Aufgrund der Naziprozesse war Nürnberg auch in den Staaten bekannt und die Kumpels der ersten Member konnten damit mehr verbinden. Da die Einheit der ersten Member Old Ironsides hieß und ein gelb schwarzes Battallionsabzeichen führte, wurden das auch die Clubfarben. Auch die Form des Colours hatten die Gründungsmember aus den Staaten mitgebracht. Einige von ihnen waren bereits Mitglieder einer Riders Association, den Iron Horses aus Ohio gewesen. So wurde nun altes mit Neuem vermischt und ein eigener Club gegründet. Im Selbstverständnis der Gründer stand das „Iron“ für ihre Einheit und das „Horses“ für ihre Bikes. Mit der ursprünglichen Fahrgemeinschaft aus Ohio hatte der neue MC nichts mehr gemein.

 

Der erste Presi des Clubs war Charlie. Er war mit einer deutschen Frau verheiratet und ging nicht, wie so viele der damaligen Member zurück in die Staaten, sondern blieb auch nach seiner Dienstzeit in Deutschland. Ihr gehörte auch die Kneipe, in der der Club gegründet worden war. Für die Anfangsjahre war ihre Kneipe auch das erste Clubhaus. Charlie blieb bis zu seinem letzten Atemzug dem von ihm gegründeten Club treu. Er legte sein Colour nie ab und trug es bis zu seinem Lebensende.

 

Nachdem ein anderer langjähriger Traditionsclub der Nürnberger Szene sein Colour wechselte und als Chapter Fürth dem Iron Horses MC beitrat, wechselte auch Charlie als Lifetime Member und Ehrenpräsident in das Chapter seiner Wahlheimat. Er verstarb am 06.11.2008 und wurde mit allen Ehren von seinen Brüdern, die aus ganz Europa angereist waren, zu Grabe getragen. Seine originale Kutte hat die Jahrzehnte überlebt und hängt heute im Clubhaus des Iron Horses MC Fürth. 

 

Da es in den 60-er Jahren nicht so einfach war ein Colour sticken zu lassen, griff man auch hier auf die guten Beziehungen zur Armee zurück und verwendete kurzerhand Fallschirmseide. Diese war nahezu unverwüstlich und die ersten Colours waren kaum kaputt zu kriegen. Charlies Kutte dürfte wohl die einzige real existierende Iron Horses Kutte von 1966 sein.

 

Wer seit 1966 auf den Straßen unterwegs ist hat natürlich auch ein gutes Stück deutscher Bikergeschichte mitgeschrieben. So kann man im Fundus noch die originale Einladung an alle deutschen Clubs zur ersten Präsidentenrally 1974 finden, die der Iron Horses MC damals mit initiiert und organisiert hatte. Abgehalten wurde sie damals beim Lawmen MC Frankfurt. 

 

Anfang der 70-er Jahre kamen die ersten deutschen Member zu den Horses. Die Fluktuation war gleichzeitig aber groß, viele GIs wurden versetzt und nahmen ihre Kutte mit. So, und weil die Iron Horses schon immer ein reisefreudiger Club waren, entstanden europaweit Chapter. Die ersten wurden Anfang der 80er in Belgien und in Holland gegründet. Die neuen Chapter nahmen lokale Member auf, sicherten so den Fortbestand des MC`s und etablierten sich in der Szene. Heute ist der Iron Horses MC über ganz Europa verteilt und führt Chapter von Wales bis Ungarn und seit 2014 sogar in Guatemala.

 

Ein Phänomen der Anfangsjahre unsere Szene war, dass zu Beginn der Saison immer unzählige Clubs aus dem Boden schossen, die zum Ende der Gleichen schon nicht mehr existierten. Allein in Nürnberg gab es Anfang der 80iger Jahre teilweise bis zu 70 Clubs. Einige wenige ernsthafte etablierten sich und bildeten auch die Nürnberger Familie. Eine Familie war ein Zusammenschluss regionaler, befreundeter Clubs die alle eigenständig blieben, aber zusammen Partys ausrichteten und gemeinsam auf Rallys fuhren. Neben den Iron Horses fuhren in der ursprünglichen Nürnberger Familie noch der Freedom Riders MC, Zombies Elite MC, Road Pack MC, Knight Rider MC, Flying Angel MC, Uncommon Ghost MC, Zerberus MC, Golden Drakes MC, Kolbenquäler MC, Living Death MC und der Chopperclub Nürnberg.

 

Die Flut der heutigen Veranstaltungstermine gab es damals nicht. Auf der jährlichen Präsisitzung der deutschen MCs wurden jeweils die Rallytermine für das kommende Jahr verabschiedet. Beginnend mit der ersten Präsisitzung 1974 bekam der Nürnberger Iron Horses MC vier offizielle Partytermine zugesprochen, zuletzt 1983. Sie richteten die legendären HOG-Rallys aus, wobei der Name nichts mit Harley zu tun hatte, sondern daher kam, dass auf dem Partygelände immer eine Koppel aufgebaut wurde in deren aufgeweichtem Schlamm sich ein echtes Schwein suhlte. Währende der Spiele konnte dann jeder sein Glück versuchen. Wer mit eingeseiften Händen das Schwein zu Boden brachte und festhalten konnte, dem winkte es als Siegerprämie.

 

Dass in den Anfangszeiten vieles anders war zeigt sich auch daran, dass Frauen als Mitglieder aufgenommen wurden. Auch gab es bis etwa Mitte der 80iger noch das so genannte ASSOC – Colour. Diese Assoc’s oder Associates (Gefährte/ - in) waren so etwas wie die Supporter von heute, und Mitglieder konnten das ASSOC - Colour für gute Freunde, oder ihre Freundinnen beantragen. Beides wurde im Laufe der Zeit abgeschafft.

 

Auf internationaler Ebene gibt es nur zwei Termine, die für alle Member verpflichtend sind. Zum einen ist dies der International Run, welcher immer zu einem anderen befreundeten Club in Europa geht.  Zum anderen ist es die Jahresparty am Ende der Saison. Auch hier kommen wieder alle Member zusammen und feiern zusammen mit ihren Familien im Kreise ihrer Brüder. Man bleibt auf der Jahresparty lieber unter sich, um fern von aller Clubpolitik so richtig abzufeiern.